Vitamine sind für den menschlichen Stoffwechsel essentiell/lebensnotwendig, da der Körper sie nicht selbst produzieren/synthetisieren
kann (mit Ausnahme von Vitamin D), daher ist die regelmäßige Zufuhr mit der Nahrung unerlässlich. Der Körper braucht Vitamine zum Schutz vor oxidativem Stress
, als Cofaktor für viele Stoffwechselwege (Energiegewinnung und Proteinaufbau ) sowie für eine normale Funktion des Immusystems. Pflanzliche und tierische
Nahrungsmittel enthalten Vitamine. Mangelerscheinungen können zum Teil schwerwiegende Folgen haben.



1.Fettlössliche Vitamine
Fettlösliche Vitamine werden vom Körper zusammen mit Nahrungsfetten aufgenommen, sie können im Körper gespeichert werden. Generell werden
fettlössliche Vitamine nur sehr schlecht aufgenommen.
2. Vitamin A
Vitamin A kann aus tierischen Lebensmitteln oder als Provitamin A (Beta-Carotin) aus Pflanzen aufgenommen werden. Provitamin A wird im Körper zu aktivem Vitamin A
umgewandelt um seine volle Funktion zu erhalten. Vitamin A trägt wesentlich zur Erhaltung der Sehkraft bei, außerdem spielt es eine Rolle in der Funktion
der Schleimhäute, der Haut und des Immunsystems. Beta-Carotin ist zusätzlich ein wirksames Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt.
3. Vitamin D
Vitamin D kann als einziges Vitamin unter Einfluss von UV-Strahlung vom Körper selbst hergestellt werden. Generell ist die Versorgung mit Vitamin D in Deutschland
und weltweit eher schlecht, obwohl Vitamin D wichtige Funktionen im Körper hat. Zur Bildung von Vitamin D ist eher die Mittagssonne notwendig und der Einsatz von
Sonnenschutzfaktoren in der Kosmetika reduziert die Produktion deutlich.
Vitamin D wird zur Regulation des Calcium- und Phosphatstoffwechsels benötigt und trägt damit unerlässlich zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne
bei. Auch für die normale Funktion des Immunsystems ist eine ausreichende Vitamin D Versorgung entscheidend. Es gibt Hinweise auf einen Einfluss im Herz- und Gefäßbereich
und Vitamin D wird auch als das Gutelaune Vitamin bezeichnet.
4. Vitamin E
Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans, das in jeder Zelle vorkommt um sie vor oxidativem Stress zu schützen und so eine normale Zellfunktion zu gewährleisten.
Nur ca. 30 % des aufgenommenen Vitamin E aus der Nahrung können resorbiert werden.
5. Vitamin K
Vitamin K hilft bei der Umwandlung der Gerinnungsfaktoren in ihre aktive Form und ist daher sehr wichtig für die Blutgerinnung. Es kommt durchweg ausreichend in der Nahrung
vor.
6. Wasserlössliche Vitamine
Die Gruppe der wasserlösslichen Vitamine beinhaltet B-Vitamine und Vitamin C. Diese Vitamine können vom Körper, bis auf Vitamin B12, nicht gespeichert werden und
müssen daher ständig mit der Nahrung zugeführt werden. Gute Quellen für B-Vitamine sind Vollkornprodukte, Gemüse und überwiegent Fisch und Fleisch.
7. Vitamin B1 (Thiamin)
Thiamin ist ein wichtiger Cofaktor im Energie-/ Kohlenhydratstoffwechsel, daher ist der Bedarf abhängig vom Energiebedarf einer Person. Thiamin hilft Schwäche und Müdigkeit
vorzubeugen und spielt eine wichtige Rolle in der Funktion des Gehirns und des Nervensystems.
8. Vitamin B2 (Riboflavin)
Riboflavin ist von zentraler Bedeutung als Cofaktor der Energiegewinnung aus Zuckern und Fetten. Außerdem ist es ein Cofaktor von Redoxsystemen, die den Körper vor
oxidativem Stress schützen, oder für die Bildung vom lebenswichtigen Hämoglobin, welches Sauerstoff durch den Körper transportiert. Weiterhin ist Vitamin B2
wichtig für die Stabilisierung der Linsenproteine und ermöglicht somit das normale Sehen. Vitamin B2 wird außerdem im Eisenstoffwechsel benötigt und trägt
zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Riboflavin wird als Cofaktor bei der Produktion von Neurotransmittern, wie z.B. Serotonin benötigt. Müdigkeit und Ermüdung
können durch Vitamin B2 verringert werden.
9. Vitamin B3 (Niacin)
Niacin wird für viele wichtige Reaktionen im Organismus benötigt, unter anderem spielt es eine Rolle in der Energiegewinnung und trägt daher zu Verringerung von Müdigkeit
und Ermüdung bei. Niacin ist am Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren beteiligt. Weiterhin wird eine normale Funktion des Nervensystems unterstützt
und die Konzentration durch Niacin gefördert.
10. Vitamin B5 (Pantothensäure)
Pantothensäure spielt eine Rolle als Cofaktor im Kohlenhydrat- Fett- und Aminosäurestoffwechsel. Darüber hinaus ist es an der Synthese von Steroiden, dem sauerstoff-
transportierenden Hämoglobin und Neurotransmittern beteiligt, daher unterstützt es die Konzentration und die Leistungsfähigkeit.
11. Vitamin B6 (Pyridoxin)
Pyridoxin ist essentiell für die Aminosäurestoffwechsel und die Proteinsynthese, hat aber auch eine Rolle im Glykogen-/Kohlenhydratstoffwechsel und trägt daher zur
Energiebereitstellung und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Auch für die Funktion des Nervensystems und als Cofaktor zur Reduktion des Homocysteinspiegels (wahrscheinlich
ein Risikofaktor für Arteriosklerose) braucht man Vitamin B6.
12. Vitamin B7 (Biotin)
Biotin oder Vitamin H wird im Fettsäure- und Aminosäurestoffwechsel zur Bereitstellung von Energie benötigt. Es ist gut für Haut, Haare und Nägel, gut für
Konzentration und wichtig für eine normale Funktion des Nervensystems.
Hier können Sie mehr erfahren, welche Lebensmittel reich an Biotin sind.
13. Vitamin B9 (Folsäure)
Folsäure ist ein wichtiges Vitamin, das für die Zellteilung und Embryonalentwicklung gebraucht wird. Weiterhin spielt es eine Rolle im Aminosäurestoffwechsel, ist wichtig
für das Immunsystem und kann mit Vitamin B12 vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen. Die Kinderärzte in Deutschland fordern eine ausreichende Versorgung mit Folsäure
möglichst im letzten Quartal vor der Schwangerschaft,um das Risiko von Gehirnschäden oder dem unvollständigen Schluss des Neuralohrs (spina bifida) in den ersten Schwangerschafts-
wochen zu vermindern.
14. Vitamin B12 (Cobalamin)
Cobalmin kommt überwiegend in Lebensmitteln mit tierischer Herkunft vor. Für die aktive Aufnahme ist die Bindung an ein in den Magenschleimhautzellen gebildetes Protein, dem Intrinsic
Faktor, erforderlich. Vitamin B12 wird benötigt um rote Blutkörperchen zu bilden und verhindert eine Degeneration des Rückenmarks. Zusammen mit Folsäure und Vitamin B6 dient
Vitamin B12 als Cofaktor zur Reduktion des Homocysteinspiegels ( wahrscheinlich Risikofaktor für die Arteriosklerose). Vitamin B12 Mangel kann zur Blutarmut (Anämie) und zur Störung
der peripheren Nerven (Polyneuropathie) führen. Vitamin B12 (Cobalamin) ist daher für eine normale Blutbildung nötig! Nach neuesten Studien haben ca. 50-60 % aller Vegetarier und
Veganer eine verminderte Aufnahme von Vitamin B12 und müssen dies gegebenenfalls ergänzen. Auch im Alter und bei Personen mit Einsatz von Magensäureblockern ist die Aufnahme reduziert.
15. Vitamin C
Vitamin C ist ein starkes Antioxidans, welches im Körper und unter anderem auch die Augenlinse vor oxidativem Stress schützt. Hier in Zusammenarbeit mit Lutein und Zeaxanthin.
Es wird im Fettsäurestoffwechsel benötigt und trägt damit zur Energiegewinnung bei. Vitamin C steigert gleichzeitig die Eisenaufnahme und trägt zu einer normalen Funktion des
Immunsystems sowie des Nervensystems (Synthese von Neurotransmittern) bei. Die Kollagenbildung benötigt ebenfalls Vitamin C, wodurch es zu einer normalen Funktion von Knorpel und Knochen beiträgt.

Quellen: Hauptsächlich Ernährungsmedizin, Biesalski, 4. Auflage und Lehrbuch der Lebensmittelchemie und Ernährung, Ebermann und Elmadfa 2008.